Speisepilze kultivieren

Kaffeesatz ist in Wien in aller Munde. Natürlich nicht Wort wörtlich – ein Cappuccino trumpft den Geschmack von Kaffeesud allemal. Aber dieses Restprodukt aus der Café-Branche ist seit ein paar Jahren sehr gefragt – und das nicht nur in der österreichischen Hauptstadt. Wieso? Weil sich bestimmte Speisepilze hervorragend darauf kultivieren lassen. Besonders Zitronenseitlinge, Austernpilze und Rosenseitlinge gedeihen auf der braunen Substanz.

Damit Kaffeesatz zu einem attraktiven Nährboden für Pilze wird, muss dieser zuerst sterilisiert, in Sackerl abgepackt und mit der Pilzbrut beimpft werden. Über einen Zeitraum von mehreren Tagen breitet sich das Myzel im Sackerl aus und durchwächst die Masse mit seinen weißen Fäden. Wenn die Bedingungen stimmen, entfalten sich die zarten Hüte der aromatischen Speisepilze. Während Austernpilze vergnügt auf Kaffeesud wachsen, bevorzugen andere Exotenpilze, wie etwa Shiitake und Kräuterseitlinge, eher ein Substrat aus Laubholzspänen.

Ganz anders ist es in der Champignonzucht, denn Champignons benötigen ein Substrat aus kompostiertem Stroh und Mist mit einer Schicht Erde. Auch hier zieht das Myzel seine weißen Fäden hindurch, bis sich die Fruchtkörper an der Oberfläche bilden. Die Pilzbrut ist allerdings um einiges sensibler als die der Austern- und Shiitakepilze: Sie benötigt eine perfekt kalibrierte Temperatur und eine exakte Bewässerung, damit in der Erdschicht ein Mikroklima entsteht und den allbekannten Hut und Stiel zum Wachsen bringt.

Ob auf Kaffeesud, Sägespäne oder Kompost gezüchtet, ein Vorteil dieser kultivierten Pilze ist das geschützte Umfeld. Die Pilze wachsen schadstofffrei in Regalen, ohne eine mögliche Strahlenbelastung aus dem Waldboden. Auch können sie zum perfekten Moment geerntet werden – hier kommt kein Reh und keine Schnecke zuerst an die leckere Mahlzeit. Der Ertrag ist in der Zucht ebenfalls leichter zu steuern als in der freien Natur, denn mehr beimpftes Substrat bedeutet meist mehr Pilze. Die Wiener können also aufatmen: Solange sie weiterhin Kaffee trinken, wird es auch Austernpilze geben.

Mehr zur Champignon-Zucht findet ihr hier.

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Hofladen

Unabhängig von Öffnungszeiten können die Bio-Pilze im Ab-Hof Verkauf in Thaur bei Innsbruck abgeholt werden. Wer es also mal nicht zum Supermarkt schafft, wird hier fündig. Das Highlight: Die Pilze sind unverpackt und kommen direkt aus der Produktion.

Wo?
Bert-Köllensperger-Straße 8b
A-6065 Thaur

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