Lebensmittelverschwendung

Was haben eine matschige Tomate, hartes Brot und die Essensreste von Vorgestern gemeinsam? Sie landen des Öfteren schnell im Müll. Zur Problematik des Klimawandels und der Corona-Pandemie, gesellt sich nun also auch die Lebensmittelverschwendung.

Lebensmittelabfälle unterteilen sich in zwei Kategorien: vermeidbare und unvermeidbare Abfälle. Unvermeidbar ist zum Beispiel die Bananenschale, während ein hartes Stück Brot als vermeidbar gilt, da es noch genießbar ist. Kurz gesagt sind vermeidbare Lebensmittelabfälle alle Speisen, die entsorgt statt gegessen werden, da sie ihr Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten oder etwa durch die Lagerung Druckstellen und Verfärbungen bekommen haben.

Jedes Jahr landen in Österreich laut Rechnungshof 790.790 Tonnen vermeidbare Lebensmittelabfälle im Müll. Um diese Summe etwas verständlicher zu machen haben wir sie umgerechnet. Die Summe an vermeidbaren Lebensmittelabfällen entspricht fast 8.000 ausgewachsenen Blauwalen. Pro Jahr. Das ist ein sehr großer Müllhaufen.

Private Haushalte tragen hier die größte Schuld: Sie sind für ca. die Hälfte der Abfälle verantwortlich. Sehr häufig landen Obst, Gemüse, Gebäck und gekochte Gerichte auf der Müllhalde statt im Magen. Neben der Privatperson spielen aber auch die Gastronomie und der Handel eine Rolle. Mit 120.000 Tonnen pro Jahr verursacht der Handel laut Rechnungshof allerdings den kleinsten Teil der Abfälle.

Wie kann man dieser vermeidbaren Lebensmittelverschwendung also entgegenwirken? Hier gibt es mehrere Möglichkeiten. Den größten Unterschied machen kleine Schritte. Wer seine Einkäufe im Voraus plant, seine Lebensmittel richtig Lagert und gekochte Reste verwertet, beugt unnötigen Müll vor. Auch das Mindesthaltbarkeitsdatum sollte mit anderen Augen betrachtet werden. Es ist lediglich ein Richtwert – seine Überschreitung bedeutet nicht unbedingt, dass das Lebensmittel ab dem Datum ungenießbar ist. Hier gilt es, seinen Sinnen zu vertrauen: Wenn das Produkt gut aussieht, nicht verderblich riecht und noch immer gut schmeckt, kann man es mit guter Gewissheit verzehren, auch wenn dies vielleicht dem Aufgedruckten Datum widerspricht.

Lebensmittel retten liegt heutzutage besonders in Österreich im Trend. Viele Apps und Initiativen bemühen sich um Aufklärung, geben Tipps und küren Mitglieder zu „Lebensmittelrettern“. Ob TooGoodToGo, Tischlein Deck Dich oder Foodsharing, der Ansatz ist bei allen der Gleiche: den vermeidbaren Lebensmittelabfall in der Gesellschaft möglichst einfach zu reduzieren.

Neben Privatpersonen muss sich aber auch die Politik vermehrt gegen die Lebensmittelverschwendung einsetzen. Ein neuer Ansatz zum Thema MHD oder ein Gesetz für Handel und Gastronomie, dass die Entsorgung von noch genießbaren Produkten verbietet wären mögliche Schritte. Außerdem könnte eine engere Zusammenarbeit von Landwirtschaft, Gastronomie und dem sozialen Sektor erarbeitet werden, um überschüssige Ware zu verteilen. Eine regelmäßige Datenerhebung gepaart mit verbindlichen Strategien wären hier ein erster Schritt.

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