Spermidin: Hilft es gegen Corona und Demenz?

Spermidin ist ein biogenes Polyamin, das in allen lebenden Organismen auf der zellulären Ebene vorkommt, auch in Pilzen. Es aktiviert die Autophagie einer Zelle – den natürlichen Recycling-Prozess, welcher Eiweißablagerungen und andere Rest-Stoffe abbaut. Diese mit dem Zellwachstum verbundene Eigenschaft erforschten Wissenschaftler im Zusammenhang mit Demenz und dem neuartigen Coronavirus. Zwar fehlt es bei den Studien noch an menschlichen Tests bzw. Langzeitaufnahmen, dennoch erweisen sie sich als höchst interessant.

Das Polyamin und Corona

In einer im Jahr 2020 veröffentlichten Studie der Charité Berlin wurden neben den Substanzen Niclosamid und MK-2206 auch das körpereigene Polyamin Spermidin auf ihre antivirale Wirkung gegen COVID-19 getestet. Ein fachliches Peer-Review der Studie steht noch aus; bei den Ergebnissen handelt es sich also um eine Vorabveröffentlichung.

In dieser Studie verwendeten die Charité-Forscher Vero-Zellen, die im Labor mit dem Erreger SARS-CoV-2 infiziert und analysiert wurden. Im normalen Krankheitsverlauf bremst das neuartige Coronavirus die Autophagie der Zellen und kann sich somit ungestört im Körper verbreiten. Durch die Anwendung der ausgewählten Substanzen trat diese Hemmung allerdings nur abgeschwächt ein. Der Einsatz von Spermidin beschränke die Virusvermehrung um 85 %. Sogar wenn die Substanz vor einer Infektion hinzugefügt wurde, sah man eine Reduktion in der Virusvermehrung um 70 %.

Um die hemmende oder vorbeugende Wirkung von Spermidin bei einer COVID-19-Infektion genau zu belegen, bedarf es allerdings noch weitere Studien, darunter auch Studien an Menschen. Ebenso muss geklärt werden, wie man die nötige Konzentration des Polyamins über eine orale Zufuhr erreicht und ob das Mittel bereits im Darm abgebaut wird, bevor es zum Ziel (in diesem Fall die Blutbahn) vordringt.

Mit Nahrungsergänzung gegen Demenz

Ebenfalls nennenswert sind Forschungen zu Spermidin und seine Auswirkung auf die geistige Fähigkeit – etwa im Zusammenhang mit Krankheiten wie Alzheimer und Demenz. Auch hier spielt Autophagie eine wichtige Rolle, denn fast alle neurodegenerativen Erkrankungen sind auf Eiweißablagerungen zurückzuführen. Da Spermidin den Selbstreinigungsprozess in Zellen aktiviert, wird vermutet, dass seine Zufuhr Erkrankungen wie Demenz, Alzheimer oder Parkinson vorbeugen könnte.

In Tierstudien aus den Jahren 2012 und 2017 sah man, dass das Polyamin bei Fruchtfliegen Gedächtnisstörungen und Erinnerungsverluste vorbeugte. Die angekurbelte Autophagie der Zellen baute Ablagerungen ab und stoppte somit die Alterung von Synapsen, die als Kommunikationsmittel von Nervenzellen bei Alzheimer-Erkrankungen im Normalfall schnell betroffen sind.

Studien zum Erinnerungsvermögen und Spermidin finden seit einigen Jahren auch an Menschen statt, hier stehen die umfangreichen Ergebnisse aber noch aus. So oder so ist Spermidin allerdings kein Wundermittel. Um Gedächtniserkrankungen vorzubeugen, gilt es Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Übergewicht und Diabetes zu minimieren und ein aktives Leben zu führen – im sozialen sowie physischen Bereich. Ebenso wichtig ist eine ausgewogene und gesunde Ernährung. Wer hier auf Pilze zurückgreift, hat gleich einen doppelten Mehrwert: Neben reichlich Vitaminen enthalten sie nämlich auch Spermidin.

 

Quellen:

Biorxiv.org

Ernaehrungsmedizin.blog

Zentrumdergesundheit.de

PubMed.gov

Mehr zu den Nährstoffen und Vitaminen von Pilzen findest du hier.

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