Partner in der Landwirtschaft

So wie der Steinpilz die Fichte zum Wachsen braucht, sind auch wir auf starke Partner in der Landwirtschaft angewiesen. In diesem Blogbeitrag stellen wir René Riml vom Stipplerhof im Ötztal und Franz Hauser vom Grünegger-Müller Hof in Mils bei Hall vor. Sie ermöglichen uns mit ihrer Zusammenarbeit eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft zu schaffen.

Schwein muss man haben

Seit 2002 betreibt René Riml den Stipplerhof bei Längenfeld im Ötztal. Auf 35 ha Grund leben Alpenhendl und Tuxer Rinder im Einklang mit der Natur. Als Teil eines Projekts mit Bio vom Berg und MPreis gesellten sich vor zwei Jahren auch Schweine zum biologischen Familienbetrieb dazu. Eine neue Rasse erhielt Einzug ins Ötztal: Eine Kreuzung aus dem Schwäbisch-Hällischen Landschwein und der Rasse Pietrain. Mit schwarzem Kopf, rosa Bauch und schwarzen Hinterbeinen sind die Tiere nicht nur besonders gemustert, sie haben außerdem einen „hervorragenden Mutterinstinkt und trotzdem eine gutmütige Art gegenüber dem Menschen“, erklärt der Landwirt. 15 Muttersäue bringen auf dem Stipplerhof nun ca. 300 Ferkel pro Jahr auf die Welt. Diese werden mit viel Auslauf und Freiheit biologisch aufgezogen und gemästet. Aber was genau haben unsere Pilze damit zu tun? Die Schweine haben sie zum Fressen gern!

In der Speisepilzzucht fallen während der Ernte die abgeschnittenen Stiele von Champignons als Restprodukt an. Trotz der großen Menge an Eiweiß und Nährstoffen sind sie im Handel nicht erwünscht. Deshalb wandern die abgeschnittenen Stiele ins Ötztal, wo sie mit genüsslichem Grunzen und Schmatzen als regelrechtes Festmahl verspeist werden. Riml verfüttert die Stiele täglich an seine schwarz-rosa-farbigen Gefährten: „Wir haben große Futtertröge und achten darauf, dass die Schweine immer Pilzstiele zu fressen haben. So verringert sich der Fressneid.“

Einer erhält ein gesundes biologisches Futtermittel und der andere einen Abnehmer für ein Restprodukt – das ist Kreislaufwirtschaft. Beide Seiten legen Wert auf Regionalität und starke Partnerschaften. „Das Modell mit den Bio-Pilzstielen und Bio-Schweinen zeichnet die gute Zusammenarbeit von Tiroler Betrieben aus“, freut sich der Ötztaler Landwirt.

Auf dem Boden bleiben

Milchbauer Franz Hauser ist nicht nur bodenständig, er beschäftigt sich auch ständig mit dem Boden. Seit 2018 leitet er den Grünegger-Müller Hof in Mils bei Hall in Tirol zusammen mit seinem Vater. Dem Familienbetrieb mit 30 ha Landwirtschaft und 15 ha Wald ist bewusst, wie wichtig zukunftsträchtiges Denken ist. Hauser weiß: „Nährstoffreiche Böden werden mehr und mehr zerstört. Besonders in der Inntal-Furche ist es nicht einfach – hier heißt es oft weichen oder wachsen, um als Landwirt zu überleben.“ Deshalb setzten sie auf eine Bodenverbesserung durch Kompost.

Der Ausgangsstoff für die Bildung des nährstoffreichen Komposts ist in diesem Fall „Champost“ – das Restsubstrat im Champignonanbau. Auf einem Hektar Fläche kann der Familienbetrieb ca. 95 Kubikmeter Rohstoff kompostieren. Dazu wird die aufgeschüttete Masse regelmäßig gewendet, bis das perfekte Zersetzungsstadion erreicht ist. Angewandt wird der fertige Kompost in allen Kulturen vom Mais bis zum Grünland. „Das Futter für unsere Tiere kommt zum Großteil aus Eigenherstellung. Deswegen sind uns gesunde Böden und ein gutes Pflanzenwachstum wichtig, denn gute Pflanzen für Futter bedeutet später gutes Fleisch und gute Milch“, betont der Landwirt. Man sehe bereits jetzt einen Unterschied dort, wo der Kompost zur Bodenverbesserung und dem Humusaufbau angewandt wird. So haben beispielsweise die Pflanzen dort ein satteres Grün und weniger Krankheiten.

Eine Kreislaufwirtschaft in der Region sieht der Landwirt als wesentlich: „Das Schlagwort ‚Regionalität‘ wird von jedem benutzt, aber keiner weiß, was es im Detail bedeutet.“ Auch der richtige Einsatz des Düngers und des Komposts ist seiner Meinung nach nicht weit verbreitet. Das Kompost-Projekt vereint nun diese zwei Faktoren, denn es unterstreicht eine umweltbewusste, nachhaltige und in der Region verankerte Landwirtschaft.

Mehr zum Thema Champost findet ihr hier.

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Eine Antwort

  1. Regional ist das Wasser und der Strom und die Luft aber nicht der Champost hier wird wiedereinmal der Name Regionalität vergewaltigt solang das Substrat hunderte km hergekarrt wird wo die Pilzsporen schon in das Substrat geimpft wurden hat das nichts mit der Region zu tun wer weiß was hier noch alles auf kommt wenn das auf den Äckern hin kommt. Möchte aber schon sage das die Idee genial ist und das Produkt selber sehr gut schmeckt nur eben sollte man von regionalen Abstand halten.

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