Die Biologie der Pilze

Zwar findet man Pilze im Supermarkt oft neben Salat und Karotten, dennoch sind sie kein Gemüse. Pilze, auch Fungi genannt, sind weder Pflanze noch Tier – sie gehören zu einem eigenen Reich der Lebewesen. Enger sind sie tatsächlich mit Tieren verwandt, da sie organische Substanzen als Nahrung zum Überleben benötigen und keine Fotosynthese betreiben. Wie genau die Biologie der Pilze aussieht, erklären wir in diesem Blogbeitrag.

Myzel: Ein Mysteriöses Geflecht

Fast jedem ist der bekannte Hut und Stiel geläufig, allerdings bildet dieser nur den Fruchtkörper vom Pilz. Der eigentliche Pilz, das sogenannte Myzel, ist weitaus größer. Es besteht aus feinen fadenförmigen Hyphen und verbreitet sich verborgen im Erdboden, Holz oder anderen organischen Substraten zu einem netzartigen Geflecht. Tatsächlich besteht ein Waldboden zum Großteil aus verschiedenen Pilzen. Bakterien und andere Kleintiere machen einen weit geringeren Anteil des Bodens aus. Weltweit existieren mehrere Millionen verschiedener Pilzsorten – manche essbar, manche nicht. Ähnlich wie bei Pflanzen und Tieren gibt es auch bei Pilzen unterschiedliche Arten und Gattungen. Aufteilen kann man diese in drei verschiedene Lebensweisen der Pilze: saprophytisch, symbiontisch und parasitisch. Das Unterscheidungsmerkmal der drei liegt hier hauptsächlich in ihrer Ernährung.

Saprophyten

Saprophyten sind wahre Zersetzungskünstler. Sie wachsen auf abgestorbenem Holz, auf Laubresten und abgeworfenen Tannennadeln. Zusammen mit anderen Mikroorganismen sind sie die Müllabfuhr im Wald und räumen auf, indem sie abgestorbene Pflanzen und tote Tiere zersetzen. So sorgen sie für ein natürliches Gleichgewicht und produzieren gleichzeitig wertvollen Humus, der neuen Pflanzen wichtige Nährstoffe liefert. Während die Saprophyten sich von abgestorbenem Material ernähren, dienen ihre Fruchtkörper wiederum als Futter für andere Waldbewohner – so gönnen sich Schnecken, Insekten und Rehe oftmals eine eiweißreiche Mahlzeit. Champignon und Speisemorchel gehören beide zu den Saprophyten.

Symbionten

Eine ähnliches, etwas ausgeprägteres Kreislaufsystem findet man bei den Symbionten. Diese bilden Symbiosen, auch Mykorrhiza genannt, mit anderen Lebewesen. Fast 90 Prozent der Moos-, Farn- und Samenpflanzen können mit einzelnen Pilzen so eine Partnerschaft eingehen. Dabei legt sich das Pilzmyzel um die Wurzeln der Pflanze und ermöglicht eine bessere Aufnahme von mineralischen Nährstoffen oder Wasser. Im Gegenzug erhält der Pilz zum Beispiel Zucker als Nährstoffquelle, welchen die Pflanze mittels Fotosynthese erzeugt. In diesen Lebensgemeinschaften profitieren beide Seiten. Allerdings kann nicht jeder Pilz mit jeder Pflanze. Wie bei Menschen passen hier nur bestimmte Charaktere zusammen. So formt der Birkenporling mit den gleichnamigen Bäumen eine Symbiose, während Pfifferlinge oft Fichten oder Rotbuchen bevorzugen.

Parasiten

Die dritte Lebensweise von Pilzen ist die parasitische. Oft in Horrorfilmen dargestellt, bedeutet Parasitismus eine schmarotzende Lebensweise, in der ein Organismus ein anderes als Wirt benutzt. In diesem Fall beraubt der Pilz eine Pflanze ihrer Nährstoffe, was oft zu Folgeschäden oder auch dem Absterben der Pflanze führt. Hauptsächlich befallen parasitische Pilze bereits kranke oder verletzte Bäume, allerdings können sie sich auch auf Tieren und Menschen niederlassen. Der allbekannte Fußpilz sowie Mutterkorn auf Roggenpflanzen und echter Mehltau sind Beispiele von parasitisch lebenden Pilzen.

Welche Pilze habt ihr bereits im Wald gefunden? Schreibt uns auf Facebook oder Instagram! Wie genau ein Pilz wächst erfahrt ihr hier.

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Hofladen

Unabhängig von Öffnungszeiten können die Bio-Pilze im Ab-Hof Verkauf in Thaur bei Innsbruck abgeholt werden. Wer es also mal nicht zum Supermarkt schafft, wird hier fündig. Das Highlight: Die Pilze sind unverpackt und kommen direkt aus der Produktion.

Wo?
Bert-Köllensperger-Straße 8b
A-6065 Thaur

Öffnungszeiten
0 – 24h

​Parken kannst du gratis bei unserem Unternehmen oder direkt vor dem Hofladen.