Pilze als Fleischersatz

335 Millionen Tonnen: So viel Fleisch wurde laut FAO im Jahr 2019 weltweit produziert. Das entspricht rund 100 Millionen Tonnen mehr als vor 20 Jahren. Und die Bevölkerung wächst weiter. Neben der allgemeinen Frage, wie wir die Menschheit in Zukunft ernähren, stellt sich auch noch die Frage, wie wir dies möglichst umweltfreundlich anstellen. Eine potenzielle Antwort bieten uns Pilze; genauer gesagt, Pilze als Fleischersatz.

Auswirkungen der Fleischproduktion

Heutzutage verzehrt der Mensch im Schnitt 34 kg Fleisch pro Jahr. Grund dafür ist zum großen Teil die Umstellung in der Tierfütterung auf Soja und Mais sowie der damit einhergehenden Senkung der Produktionskosten. Die Folge: Mehr Fleisch zu niedrigeren Preisen. Zwar ist der Anbau von Soja und Mais ökonomisch gesehen attraktiv, allerdings hat er verheerende Auswirkungen auf die Umwelt. „Drei Viertel aller agrarischen Nutzflächen der Welt werden mittlerweile in irgendeiner Form für die Tierfütterung beansprucht“, berichtete Die Presse bereits in 2014. Dazu werden große Flächen des Regenwaldes abgeholzt, vermehrt Pestiziden gespritzt und fruchtbarer Boden überbeansprucht. Neben den erschreckend hohen Treibhausgasemissionen der Fleischindustrie ist das größte Problem außerdem der Welthunger, denn die vielen Ressourcen, die für die Tierfutterproduktion gebraucht werden, gehen regelrecht an den Menschen vorbei. So benötigt es für die Produktion von 1 kg Rindfleisch etwa 15.000 Liter Wasser und 49 m² Ackerfläche. Im Vergleich beansprucht 1 kg Kartoffeln nur 100 Liter Wasser und 1 m² Ackerfläche.

Eine alternative Ernährung

„Würden alle Menschen auf Fleisch und Milchprodukte verzichten und so das derzeit für Tierprodukte genutzte Land frei werden, entspräche das der zusammengenommenen Fläche der USA, der EU, Chinas und Australiens“, erklärt Wikipedia. Diese könnte dann für den Anbau pflanzlicher Produkte benutzt werden und dem Welthunger sowie dem Klimawandel entgegenwirken. Eine pflanzliche oder fleischlose Ernährung liegt tatsächlich seit einigen Jahren im Trend. Laut Statista machten allein im Jahr 2019 Vegetarier und Veganer rund 8 % der Gesamtbevölkerung von Österreich aus. Um auch diesen neuen Markt zu erschließen, stellen nun viele Fleischproduzenten auch vegetarische Fleischalternativen her. Oft bringt die Produktion dieser Produkte den Firmen einen hohen Gewinn, da die verwendeten Rohstoffe wie etwa Hühnereiweiß, Verdickungsmittel und Geschmacksverstärker sehr günstig sind. Gesünder und nachhaltiger wäre allerdings ein natürlicher, nachwachsender und chemiefreier Fleischersatz.

Pilze als Fleischersatz

Hier kommen Pilze ins Spiel, die neben Soja, Tempeh, und Erbsenprotein heutzutage sehr gefragt sind. Mushlabs Gründer Mazen Rizk stellt in Berlin mit geringem Wasser- und Energieverbrauch ein nachhaltiges Protein aus Pilzmyzel her, das als nährstoffreicher Rohstoff für Fleischersatzprodukte dient. In einem großen Silo wird das Myzel fermentiert, das Wasser entfernt und das verbleibende Pilzpulver, welches hoch in Eiweiß und Vitaminen ist, weiterverarbeitet. Noch ist das Start-up in der Anfangsphase, möchte aber zeitnah die ersten fleischlosen Pilzprodukte in der Gastronomie anbieten. Einen ähnlichen Ansatz verfolgt die Firma Van Hees GmbH in Walluf. Mit Unterstützung des Bundeslandes Hessen nutz auch dieses Unternehmen das fadenförmige Myzel statt der Fruchtkörper der Pilze. Diese Zellen werden gezüchtet und ebenfalls zu einem Pulver verarbeitet, welches mit Gewürzen vermengt, die Basis von fleischlosen Produkten ist.

Mit diesen Konzepten tragen Unternehmen wie Mushlabs und Van Hees nicht nur zum Kampf gegen den Klimawandel sondern auch gegen den Welthunger sowie dem Rohstoffverbrauch bei.

Was sind eure Tipps, um Fleisch im Alltag zu reduzieren? Unser Züchter Johannes probiert zum Beispiel einen vegetarischen Monat. Schickt uns eure Ideen auf Instagram unter @tirolerbiopilze!

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Hofladen

Unabhängig von Öffnungszeiten können die Bio-Pilze im Ab-Hof Verkauf in Thaur bei Innsbruck abgeholt werden. Wer es also mal nicht zum Supermarkt schafft, wird hier fündig. Das Highlight: Die Pilze sind unverpackt und kommen direkt aus der Produktion.

Wo?
Bert-Köllensperger-Straße 8b
A-6065 Thaur

Öffnungszeiten
0 – 24h

​Parken kannst du gratis bei unserem Unternehmen oder direkt vor dem Hofladen.