Pilze als Baumaterial und Verpackung

Rohstoffe werden knapp und Plastikmüll verschmutzt die Meere. Eine mögliche Lösung befindet sich direkt unter unseren Füßen: Pilzmyzel. Mehr und mehr Start-ups, Firmen und Forschungsinstitute beschäftigen sich mit der Frage: Eignen sich Pilze als Baumaterial und Verpackung? Der nachwachsende und biologisch abbaubare Rohstoff könnte neben Beton auch etwa Styropor und Tierleder ersetzen.

Champost Pilze als Baumaterial

Beton und Styropor: Eine Veränderung muss her

Jedes Jahr werden mehrere Milliarden Kubikmeter Beton verbaut. Dabei ist dieses oft angewandte Baumaterial weder nachhaltig noch umweltfreundlich. Es besteht zwar aus natürlichen Rohstoffen wie Sand, Kies und Wasser, produziert allerdings in der Herstellung jede Menge CO2. Dazu kommt, dass die Rohstoffe irgendwann aufgebraucht sind. Ähnlich kontrovers ist Styropor. Den Schaumkunststoff, mit der offiziellen Bezeichnung „Polystyrol“, findet man in vielen Bereichen des täglichen Lebens. Positiv an Styropor ist die Eigenschaft, verschiedenste Formen anzunehmen – vom Joghurtbecher bis zur Wärmedämmung und der Möbelverpackung. Seine Herstellung und insbesondere seine Zersetzung sind allerdings alles andere als umweltschonend.

Pilze als Baumaterial

Häuser aus Bambus oder Lehm sind heutzutage schon fast normal. Wir wäre es nun mit Strukturen aus Pilzen? Damit beschäftigte sich das Projekt „MycoTree“, das 2017 vom Karlsruher Institut für Technologie und der ETH Zürich auf der Biennale in Seoul vorgestellt wurde. Sehr leichte Bausteine aus Myzel, die spinn-web-artigen Zellen eines Pilzes, dienten als Basis für den „MycoTree“. In nur wenigen Tagen wächst das Myzel, gemischt mit Maishülsen oder anderen Abfallresten aus der Landwirtschaft zu einer schwamm-ähnlichen Masse heran, die jede gewünschte Form annimmt. Kurz erhitzt und getrocknet, wird das Wachstum gestoppt und die Form erhalten. Ein großer Pluspunkt dieser nachhaltigen Bausteine: Sie sind zu 100 % biologisch abbaubar.

Pilzmyzel in der Verpackung

Unternehmen wie Ecovative Design aus New York, MycoWorks aus San Francisco und Mogu aus Inarzo sind ebenfalls auf den Pilzzug gesprungen. Ecovative Design konzentriert sich auf die Verpackungsindustrie, mit dem Ziel, Styropor komplett durch Myzel zu ersetzen. Neben der nachhaltigen Herstellung und Entsorgung lässt sich das Myzel auch in unterschiedlichen Stärken herstellen. Je nach Nährstoffzugabe wird das feine Geflecht härter oder aber schaum-ähnlicher. MycoWorks versucht sich erfolgreich an der Herstellung eines tierfreien Leders. Auch hier kann, je nach Nährstoff, die Maserung und Farbe des Myzels festgelegt werden. Einmal getrocknet, lässt sich das Material nähen und wie herkömmliches Leder verarbeiten. In Italien gelangt das Myzel statt in die Verpackung oder Mode eher in die Innenarchitektur: Mogu ist unter anderem spezialisiert auf Schall- und Dämmpaneele. Auch sie verwenden pflanzliche Überreste aus der Landwirtschaft für ihre zukunftsträchtigen Produkte.

Der Blick in die Zukunft

Ob Baumaterial, Verpackungen oder Leder, sicher ist: Es kann nicht so weitergehen wie bisher. Eine nachhaltige Veränderung ist absolut notwendig. Vielleicht bringt uns hier der unscheinbare Hut und Stiel genau die Lösung, die wir brauchen.

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