Champost: Für den Boden

„Von drauß‘ vom Walde komm ich her“ trifft zwar für einige Pilzsorten, wie Pfifferlinge, zu, tatsächlich kommen die meisten Pilze heutzutage allerdings aus einer Pilzzucht. Dort wachsen das ganze Jahr über etwa braune Champignons in geschützten Hallen auf einer Mischung aus Kompost und Erde. Mit dem richtigen Klima sprießen bereits in wenigen Tagen die ersten Pilze, die so lange heranwachsen, bis sie aus der Erde gepflückt und abgepackt werden. Das, was zurückbleibt, das Restprodukt, ist der sogenannte Champost. Der hohe organische Nährstoffgehalt dieses Substrates besteht unter anderem aus Kalzium, Stickstoff, Phosphat, Kalium und Magnesium.

Champost Acker

Champost in der Landwirtschaft

Genau diese Zusammensetzung aus Nährstoffen ist für die Landwirtschaft interessant. Einige Gemüse- und Obstbauer haben bereits die Vorteile von Champost in der Humusbildung und als natürliches Düngemittel erkannt. Da es die ganze Zeit über in den strikt kontrollierten Pilzhäusern lagert, ist das Produkt homogen, sauber und krankheitsfrei. Das Substrat enthält natürliche Chelate und kann somit einige Pflanzen im Wachstum widerstandsfähiger machen. Generell trägt Champost dazu bei, den Humusanteil im Boden zu steigern. Und das ist dringend notwendig.

Müder Boden = wenig Ertrag

Wie die FAZ in einem Artikel vom 8. Juni 2020 schreibt, hat unser Erdboden leider nur eine geringe Interessensvertretung, „obwohl seit langem klar ist, dass der Verlust von Boden durch Überbauung, Erosion und Verschmutzung zu den großen Problemen unserer Zeit gehört.“ Der Mensch braucht nährstoffreichen Erdboden, um zu überleben. Nur so können Nahrungsmittel angebaut werden, um die stets wachsende Bevölkerung der Erde zu ernähren. Der Klimawandel, die Fleischproduktion sowie konventionelle Anbaumethoden verstärken dieses Problem. Einige Studien, wie die des Dienstleistungszentrums Rheinland-Pfalz (DLR) im Jahr 2015, überprüften die Auswirkung von Champost auf die Bodenmüdigkeit im Obstanbau und erhielten vielversprechende Ergebnisse. Zwar gibt es laut der darüber berichtenden Fachzeitung BESSERES OBST, „nach wie vor keine Möglichkeit, die Ursachen einer Bodenmüdigkeit direkt zu bekämpfen“, aber die Verwendung von Champost, „kann im ökologischen Apfelanbau dazu beitragen, die negativen Auswirkungen einer Bodenmüdigkeit abzumildern“.

Ansätze für die Zukunft

Laut dem Bund Deutscher Champignon- und Kulturpilzanbauer gibt es momentan noch ein Problem mit der, „Akzeptanz eines Substrates mit organischen Anteilen… [da viele] seit Langem die Kultur auf inerten Stoffen wie zum Beispiel Steinwolle gewöhnt sind.“ Aufklärung steht hier nun an erster Stelle. Um die Bekanntheit von Champost als Düngemittel oder in der Humusbildung in landwirtschaftlichen Kreisen zu steigern, benötigt es weitere Versuche und Analysen sowie zukunftsorientierte Landwirte.

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Hofladen

Unabhängig von Öffnungszeiten können die Bio-Pilze im Ab-Hof Verkauf in Thaur bei Innsbruck abgeholt werden. Wer es also mal nicht zum Supermarkt schafft, wird hier fündig. Das Highlight: Die Pilze sind unverpackt und kommen direkt aus der Produktion.

Wo?
Bert-Köllensperger-Straße 8b
A-6065 Thaur

Öffnungszeiten
0 – 24h

​Parken kannst du gratis bei unserem Unternehmen oder direkt vor dem Hofladen.