Frauen in der Landwirtschaft

Die Frau auf dem Traktor, der Mann beim Hühnerfüttern. Komisches Bild? Damit haben Frauen in der Landwirtschaft heutzutage noch immer zu kämpfen, denn obwohl Gleichberechtigung mittlerweile kein Fremdwort mehr ist, gestaltet sich diese in der Landwirtschaft nach wie vor schwierig.

Von der Pfeilspitze zum Mähdrescher

In der Jungsteinzeit änderte der Mensch aus noch recht unbekannten Gründen sein Dasein. Er wurde sesshaft und entdeckte die Landwirtschaft. Über die Jahrhunderte hinweg kultivierte er Pflanzen und zähmte Nutztiere – und das immer effizienter. Im Mittelalter etablierte sich die Dreifelderwirtschaft, um den Boden zu schonen und den Ertrag zu erhöhen. Hier diente im Wechsel ein Feld für Sommergetreide und eins für Wintergetreide, während das dritte Feld ruhte und brach lag. Mit der Industrialisierung ab dem 19. Jahrhundert änderte sich die Landwirtschaft erneut. Moderne Maschinen und Techniken vereinfachten oder ersetzen mühsame Handarbeit und steigerten so drastisch den Ertrag der Felder. Was am Anfang für Haus und Hof des Landwirtes gedacht war, ernährte nun eine ganze Stadt. Heute kann ein Landwirt etwa 140 Menschen mit Lebensmittel versorgen. Vor 60 Jahren waren es im Vergleich nur 10 Menschen und Anfang des 20. Jahrhunderts rund vier.

Die Rolle der Frau in der Landwirtschaft

Zwischen Haushalt, Kindern und Bauernhof spielten Frauen in der Versorgung der Menschheit von Anfang an eine bedeutende Rolle. Allerdings wurde ihre Arbeit nur selten angesehen. Sie hatten kein Mitspracherecht, konnten nicht erben und erhielten kein angemessenes Gehalt. Mit dem Ersten Weltkrieg veränderte sich erstmals die Rolle der Frau in der Gesellschaft und somit auch in der Landwirtschaft. Anhand eines schlichten Mangels an Männer übernahmen sie vermehrt die traditionell „männliche“ Arbeit in der Stadt und auf dem Land. Dies führte unter anderem zur Einführung des Wahlrechtes für Frauen im Jahr 1918 in Österreich. Trotz der vermehrten Rechte galt die Landwirtschaft allerdings nach wie vor als „Männerdomäne“. Frauen waren in Augen aller zuständig für Haus, Kinder, Garten und Kleintiere. Erst die Frauenbewegung der 70er-Jahre brachte spürbare Veränderung. Man erkannte die Bedeutung der Funktion der Frau in einem Betrieb und wurde sich ihrer Benachteiligung bewusst.

Das 21. Jahrhundert – Was hat sich verändert?

Heutzutage weiß Bundesministerin Elisabeth Köstinger: „Ohne Frauen geht es in der Landwirtschaft nicht“. Laut Grünem Bericht der LK im Jahr 2016 leiten Frauen 34 % der landwirtschaftlichen Betriebe in Österreich. EU weit werden bäuerliche Betriebe zu 28 % von Frauen geführt. Mehr und mehr Frauen finden Ausbildungsplätze in der Landwirtschaft, behaupten sich in der Agrarpolitik und sind sich ihren Rechten bewusst. Aber trotzdem ist die alte Diskriminierung noch immer weit verbreitet. Problemzonen zeigen sich nach wie vor im Gehalt und im Zugang zu finanziellen Mitteln. Auch die Haushaltführung ist noch immer Frauensache – was oft zu einer Mehrfachbelastung an den Höfen führt. Betriebe werden weiterhin traditionell an Söhne und nicht an Töchter vererbt und das Führen von großen Maschinen traut man oft Frauen nicht zu. Auch Cornelia Plank, Geschäftsführerin der TIROLER BIO PILZE erkennt die bestehenden Klischees: „Die ländliche Prägung hegt und pflegt immer noch ein Frauenbild, das man durchaus auf Herd und Hof reduzieren kann“. In ihren Augen ist es deshalb wichtig, Wert und Würde einzufordern. „Wir sind für uns und unser Leben verantwortlich und müssen selbst mit Klischees aufbrechen und den Mut haben, neue Perspektiven zu verfolgen.“ Beharrlichkeit und Konsequenz sind laut Plank der Schlüssel für die Zukunft.

Wie sieht diese Zukunft aus?

An erster Stelle steht, das Bild der Landwirtin heutzutage richtig darzustellen. Es bedarf alte Klischees zu sprengen und die Anerkennung auszusprechen. Dazu gilt es, die Ausbildungsmöglichkeiten in der Landwirtschaft von Mädchen und jungen Frauen zu fördern. „Es geht darum, dass Mädchen von Anfang an die gleichen Möglichkeiten bekommen wie Jungen“, erklärt Cornelia Plank weiter. Dies beginne zuerst in den Familien, wo es wichtig ist, ein selbstbewusstes Person-Sein von Anfang an zu vermitteln. Außerdem sind eine ausgewogene Repräsentation in der Politik sowie die weitere Unterstützung in Bereichen der sozialen Absicherung, Eheverträgen und Hofübernahmen dringend erforderlich. Laut Plank muss „Unternehmertum allen Menschen offenstehen – und das erst recht in der Landwirtschaft.“

Die Technik und Methoden haben sich seit dem Anfang der Landwirtschaft erheblich verändert – nun muss allerdings auch das Frauenbild über die Jungsteinzeit hinauswachsen.

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